13.06.2013

Gau-Odernheimer Ortsbürgermeister verstorben

Bernd Westphal

Wir trauern um

Bernd Westphal

am 09. Juni 2013 viel zu früh verstorbener Ortsbürgermeister der Gemeinde Gau-Odernheim und ehemaliger Vorsitzender des SPD Ortsvereins.

Unfassbar für uns alle, müssen wir Abschied nehmen von Bernd Westphal, geboren am 20.August 1948. Seit dem Jahre 2004 war Bernd Westphal Ortsbürgermeister von Gau-Odernheim.

Mit 30 Jahren trat Bernd in die SPD ein. Hatte er doch in ein politisches Haus geheiratet mit einem SPD-Bürgermeister und einem SPD- und AWO-Vorsitzenden in der Familie. So war es doch tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis er im Februar 1987 als Nachrücker in den Ortsgemeinderat kam. Nach der nächsten Gemeinderatswahl betreute er ab 1989 das Amt des Schriftführers der Gemeinde. Dies begleitete Bernd bis zu Jahr 1999. Von 1999 bis zum Jahre 2004 wurde Bernd zum 1. Beigeordneten der Ortsgemeinde Gau-Odernheim gewählt. Im Jahre 2004 setzte er sich erstmals gleich gegen 2 Mitbewerber in der Direktwahl zum Amt des Ortsbürgermeisters bereits im ersten Wahlgang durch. Im selben Jahr wurde Bernd auch in den Verbandsgemeinderat gewählt, dem er bis zu seinem viel zu frühen Tode angehörte. Ausgleich und Harmonie waren seine Lebensphilosophie. Seit 2009 war er Mitglied im Kreistag des Landkreises Alzey-Worms. Nach vielen Jahren als Schriftführer des SPD-Ortsvereins, wurde Bernd von 2008 bis 2012 ins Amt des Ortsvereinsvorsitzenden gewählt. Bis zuletzt war er noch immer als aktiver und gern gesehener Berater im Vorstand tätig und übernahm die Überbringung der Geburtstagsglückwünsche an die Mitglieder. Was wären die Veranstaltungen und Feste des Ortsvereins ohne unseren Bernd gewesen? Akribisch kümmerte er sich immer wieder auch um die Kleinigkeiten. Auch auf Verbands- und Unterbezirksebene war Bernd Westphal in der Parteiarbeit aktiv und begleitete auch hier z.T. bis zuletzt das Amt des Beisitzers. Die Würdigung all dieser gelebten ehrenamtlichen Betätigungen durch die Verleihung der goldenen Verdienstnadel der Verbandsgemeinde Alzey-Land und der silbernen Ehrennadel der Ortsgemeinde Gau-Odernheim war folgerichtig und ist letztendlich nur ein kleiner Dank für sein unermüdliches Engagement.

Ehrenamt war für Bernd nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebtes Engagement. Ob Feuerwehr, Gemeinderat, Verwaltung, Parteiarbeit oder Vereine, stets hatte er für alle und jeden ein offenes Ohr und zeigte sich immer hilfsbereit. Bürgernähe war ihm eine Herzensangelegenheit. Vor Entscheidungen befasste er sich oft bis ins kleinste Detail um auch über Parteigrenzen hinaus Brücken zu bauen. Zu den herausragenden Projekten, die er anstieß und mit trug zählen die Erweiterung und energetische Sanierung der Kindertagesstätten, die Weiterführung der Dorferneuerung, die Ausrüstung der Gemeindearbeiter mit neuen Fahrzeugen und hochwertigem Gerät, sowie der Ausbau der Alzeyer Straße in Gau-Köngernheim und der Brunnenstraße und der Straße Am Kloster in Gau-Odernheim. Die Renovierung des Rathauses und des Kirchturms kann er leider nicht mehr erleben. Auch hier war er federführend in der Planung und in der beginnenden Umsetzung. Voller Stolz verkündete Bernd in der letzten Ratssitzung die Bezuschussung der Renovierung des Rathauses durch das Land Rheinland-Pfalz.

Bernd`s weitere große Leidenschaft war die Feuerwehr. Er begann seine Feuerwehr-Laufbahn im Jahre 1965 bei der freiwilligen Feuerwehr in Wiesbaden. Später wechselte er zur Werksfeuerwehr bei Kalle und in den letzten Jahren zur Berufsfeuerwehr in Mainz. Von 1989 bis 1997 war er zunächst Stellvertreter und dann bis 2008 Wehrleiter der Verbandsgemeinde Alzey-Land. Diese Tätigkeiten wurden vom Landesfeuerwehrverband durch die Auszeichnung des goldenen Ehrenzeichens am Bande von Rheinland-Pfalz gewürdigt. Seit dem Jahre 2009 war Bernd Westphal Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gau-Odernheim.

Bernd war immer ein Förderer und Gönner der Vereinsarbeit auch außerhalb des politischen Lebens. So zeigte er sich direkt bei der Gründung der Hallengemeinschaft im Jahre 1990 zur Mitarbeit bereit und begleitete bis zuletzt das Amt des Kassierers. Seit 2010 war Bernd stellvertretender Vorsitzender der IG Petersberg, die sich die touristische Erschließung unserer Region zum Ziel gesetzt hat. Daneben wurde er immer wieder bei den zahlreichen Vereinen, bei denen er Mitglied war, zum bekannt gewissenhaften Kassenprüfer gewählt. Bernd Westphal war gern gesehener Gast bei Mitglieder- und Generalversammlungen, der auch immer wieder zur Unterstützung der Vereinsarbeit ein Kuvert dabei hatte.

Jugend- und Seniorenarbeit war Bernd eine Herzensangelegenheit. So war der Ausbau der Kindertagesstätte mit Krippenplätzen oder die energetische Sanierung des Kindergartens mit Anbau eines Windfanges für ihn nicht nur eine notwendige Pflicht, sondern war mit Herzblut verbunden. Auch die in nächster Zeit zu realisierenden Projekte eines Freizeitgeländes mit Bolzplatz und Skaterecke sowie ein Wasserspielplatz für Kleinkinder tragen seine Handschrift. Um Haushaltsausgaben für Kinder und Jugendliche zu stemmen, mussten auch schon mal andere Ausgaben zurück stehen. Auch nach Wegfall verschiedener Gruppen bei der Ausrichtung des Seniorennachmittags, sorgte Bernd für eine reibungslose Weiterführung der seit Jahrzehnten etablierten Veranstaltung. Halbtagesfahrten der Senioren plante er stets mit Akribie und Enthusiasmus.

Die Partnerschaft mit Pulnoy in Frankreich war für Bernd mit persönlicher Freundschaft verbunden. Was vielleicht für manche eine Pflicht dargestellt hätte, war für ihn die Kür. Als Teilnehmer der ersten Stunde waren Waltraud und Bernd mit ihren Kindern immer gerne gesehene Gastgeber und Gäste, die auch immer wieder mit ihren Ideen die Partnerschaft vorantrieben. Leider konnte Bernd im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen an den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum nicht teilnehmen. Trotzdem war er in Gedanken bei allen präsent. Hatte er doch maßgeblich die Veranstaltung mit geplant.

Viel zu kurz war die Zeit, die Bernd, der Familienmensch, mit seinem Enkel Jonah verbringen konnte. Hatte er sich doch noch so viel vorgenommen, wenn er im nächsten Jahr endlich nach 38 Jahren Schichtarbeit und 10 Jahren Bürgermeisteramt in den wohlverdienten Ruhestand gehen sollte. Nur Gott alleine weiß, warum er Bernd so plötzlich und jäh aus unserem Leben gerissen hat. Er ging von uns, so wie wir ihn gekannt haben – still und ohne großes Aufheben.

Unsere Gedanken sind und bleiben bei Bernd und seiner geliebten Frau Waltraud, sowie den beiden Töchtern Kerstin und Sylvia mit ihren Familien.

Bernd, wir werden Dir ein ehrendes Andenken und einen ewigen Platz in unseren Herzen bewahren.

Heiner Illing
1.Vorsitzender

Manfred Brunn
Fraktionsvorsitzender

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